Neue Notizen aus der Provinz

Wir beginnen heute mit einen Blick in den „Progressiven Kalender“ und erwähnen die Olympischen Spiele, die 1936 in Nazideutschland stattgefunden haben. In größtem Stil hat die Nazipropaganda versucht, Deutschland als offenes und friedliebendes Land dazustellen. Aus dem Widerstand heraus wurde Material hergestellt und verbreitet, in dem die tatsächlichen mörderischen Zustände im Land dargestellt wurden. Es sollte im „Reich“ und an die ausländischen Besucher verbreitet werden. Dazu passend erinnern wir am heutigen 2. August, an seinem Geburtstag, an den kommunistischen Arbeiter, Widerstandskämpfer und Leistungssportler, den Ringer Werner Seelenbinder. Er trat 1928 der KPD bei und schloss sich 1933 dem Widerstand an. Nach seiner Festnahme 1942 wurde ihm der Prozess vor den „Volksgerichtshof“ gemacht; nach Todesurteil wurde er 1944 im Zuchthaus Brandenburg enthauptet. Mit ihm Gedenken wir den vielen Sportlerinnen und Sportler, die sich den Nazis widersetzt haben und vielfach den Tod fanden. Überhaupt bietet der Blick in die Geschichte des Widerstandes von Sportlerinnen und Sportler gegen die Nazis viel Material, was uns höchste Anerkennung und Respekt verschaffen lässt.

In diesen Tagen, am 6. August 1945, vor 81 Jahren lösten die USA das Zeitalter der Atomwaffen aus mit dem Abwurf der Bomben auf Hiroshima und Nagasaki. Tausende Bewohnerinnen und Bewohner der Städte wurden sofort getötet. Tausende in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten. Ein unvorstellbares Grauen, das die Welt vorher noch nicht gesehen hatte. Gleichzeitig wurde auch die neue Dimension der Massenvernichtung sichtbar, die durch die neue Waffen geschaffen wurde. Damit auch die Möglichkeit der Vernichtung den gesamten Lebens auf der Erde.

Dabei bestand aus der Sicht der damaligen Militärstrategen keine militärische Notwendigkeit für den Einsatz dieser grauenhaften Waffen. Hitlerdeutschland und seine Vasallen hatten bereits kapituliert. Japan stand kurz davor. Doch die USA wollten ein Zeichen setzen, wer von jetzt an das Sagen hat auf dem Erdball; das war vor allem an die UdSSR gerichtet. Damit war der Kalte Krieg vollend in Fahrt.

Die heutige Weltlage ist mehr als bedrohlich. Das atomare Wettrüsten ist in vollem Gange. Bestehende Atomwaffenpotentiale werden auf die neues Versionen umgerüstet. Und das in Ost und West. Russland ist zum Hauptfeind erklärt worden; taktische Atomwaffen sollen in Russland angrenzenden Länder stationiert werden. Auch in Deutschland liegen einsatzfähige Atomwaffen. Der letzte internationale Vertrag über die Begrenzung der atomaren Rüstung wurde nunmehr von den USA aufgekündigt. Auch die BRD lächzt nach „Atomarer Teilhabe“.

Wenn am 6. August die Friedensglocke in Hiroshima erklingt, wird sie in der gegenwärtigen internationalen Politik wenig Wiederhall finden. Wenig bleibt uns. Nur die Friedensbewegung. Nur das stetige Bemühen der Friedenskräft, dass endlich die Vernunft über Macht-Einfluss-Strategische-Interessen siegen wird.