Immer wieder die Provinz

Wichtiges und Unwichtiges, heute von der Misere mit dem Grillen in der Stadt, vom Theater- und Konzerthaus, das einer Super-Feuerwache weichen soll usw.

Bülowplatz – hier nicht!

Grillen ist in der aktuellen Jahreszeit sehr beliebt. Die besser- oder gut/sehr gut Verdienenden machen das auf eigenem Flecken vor oder hinter der Villa. Wer dazu nicht gehört, ist auf Öffentlichen Raum angewiesen. Dafür war das Gelände um den Engelsberger Hof sehr geeignet: viele fanden sich dort ein. Jetzt nicht mehr. Der neue Oberbürgermeister Flemm hat „von der Kanzel“ “ das Aus für das Gelände verkündet. Es soll einfach zuviel gewesen sein, auch am Naturschutz, am Wald, und das Chaos immer.

Hier auch nicht!

Jetzt wohin? Die Stadt hat Ersatz versprochen und Gelände genannt: Volkspark auf der Krahenhöhe, Bismarckplatz/Bülowplatz, Bärenloch. Aber die jeweiligen Bezirksvertretungen haben abgelehnt. Summe: Nichts ist geeignet. Jetzt steht die Stadt mit leeren Händen da. Was nun? Kein öffentliches Grillen mehr? Vielleicht haben unsere Freunde von der Partei-Die Partei eine Lösung aus der Sphäre der Satire – oder ähnlich. Wir haben auch keinen Vorschlag, werden aber weiter nachdenken.

Wir berichteten über das Theater- und Konzerthaus. Solides, schon älteres Stück, vielseitig, vom Publikum geachtet und geschätzt. Bekanntlich wollte der neue OB diese Kulturstätte an anderer Stelle haben (Omega-Gelände beim Stüdpark) und dafür eine Groß-Feuerwache hier an den Stadteingang platzieren. Der vorhergehende Rat beschloss damals (mit den Stimmen auch der Linkspartei) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Mittlereweile wird, auch mit unserem Zutun, davon Abstand genommen; der Kulturausschuss beschloss mit der Sanierung des jetzigen Konzerthauses fortzufahren und kassierte die Machbarkeitsstudie.

Doch die Verwaltung setzte sich darüber hinweg und gab ein Gutachten (für teurer Geld!) in Auftrag. Jetzt ist allerhand Konfliktpotential im Gang, über das wir weiter berichten.

Wieder viele beim Wenzelnberg-Gedenken am 19. April 2026

Unfähr 300 Menschen sind dem Ruf zum Wenzelnberg gefolgt. Diese traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an die Ermordung von 71 Menschen im April 1945 durch die Gestapo wird ihrem Auftrag gerecht und verbindet Gedenken mit dem Bezug zu heute und mahnt, wie die jungen Menschen aus Langenfeld ausdrückten, nicht leise zu sein, nie wieder leise zu sein angesichts der Bedrohung von Rechts und der vielen Kriege und Konflikte. Insbesondere die Rede von Alexandra Mehdi, die sprach für die VVN/BdA, traf die aktuellen Themen punktgenau.

Hier ist ihre Rede:

Wenzelnberg 2026

Gedenkfeier zu Ehren der 71 Häftinge, die am 13. April 1945 in der Wenzelnbergschlucht von den Nazis ermordet wurden. Traditionell sind die Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leichlingen und Langenfeld die Einlader. Dieses Jahr gestaltet die Stadt Langenfeld die Veranstaltung.

Unter dem Motto „Gemeinsam erinnern und Verantwortung tragen – Nie wieder leise“ tragen Schülerinnen und Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasium Langenfeld mahnende Texte vor.

Die traditionelle Rede der VVN-BdA kommt dieses Jahr von Alexandra Mehdi aus Solingen.

Nach Kranzniederlegung, einer Ansprache des Bürgermeisters und musikalischen Beiträgen schließt das Lied von den Moorsoldaten die Ehrung ab.

Sonntag, den 19. April 11 Uhr in der Wenzelnbergschlucht.

Antifaschistisches Mahnmal in Solingen – das Hakenkreuz wird zerrissen

Ostermarsch 2026 Rhein-Ruhr

Für Abrüstung und ein friedensbereites Land!

Ostermarsch Düsseldorf: Ostersamstag 14 Uhr vor dem DGB-Haus – Abschluß 16.15 Uhr vor dem Rathaus Düsseldorf.

Köln: Treffpunkt zur gemeinsamen Fahrt am Ostersamstag um 12.45 h am Hauptbahnhof.

Friedensfreunde treffen sich auch in Wuppertal und anderen Orten im Land.

Beginn in Köln: 14.30 h Roncalliplatz in Köln

Noch ein Kalenderblatt

An diesem 18. März im Jahr 1871 übernahm die Nationalgarde die Macht in der Stadt Paris. Die „Pariser Kommune“ hatte begonnen. Zuvor hatte Frankreich den Krieg 1870/71 verloren, der französische Kaiser wurde von preußischen Truppen bei Sedan gefangen genommen. Der Machtkampf der Großmächte Ende des Jahrhunderts schien für Deutschland/Preußen entschieden, Elsaß und Lothringen wurden deutsch. Reste der französischen Armee blieben mobisisiert und vor allem durch preußische Militärmacht im Kampf unterstützt. Die arbeitende Bevölkerung der Stadt Paris widersetzten sich der Kapitulation, die Nationalgarde weigerte sich, die Kanonen auszuliefern. So bekam das Zentralkommitee der Nationalgarde die Oberhand. Es folgten Wahlen zum Rat der Pariser Kommune, deren Ergebnisse am 28. März verkündet wurden. Im Folgenden wurden eine Reihe von Maßnahmen beschlossen und in Kraft gesetzt, die die größte Not in der Bevölkerung lindern sollte. Doch die Regierung, die nach Versailles geflohen war, kämpfte mit allen Mitteln gegen die Kommune. Die dramatischen und folgenreichen Kampfe der Konterrevolution gegen Kommune und ihre Errungenschaften ging für die Kommune verloren. Die Sieger veranstalteten ein beispielloses Blutbad. Die letzten Kämpfe fanden am 27. und 28. Mai auf dem Friedhof Père-la-chaise statt. Die Gedenkstätte an der Mauer der Föderierten erinnert daran.

Marx und Engels und die Internationale berieten und unterstützen die Kommune und machten immer wieder auf deren Fehler und Versäumnisse aufmerksam. Dennoch standen sie uneingeschränkt an der Seite der arbeitenden Bevölkerung von Paris und ihrer Kommune. Sie nannten sie zu Recht von welthistorischer Bedeutung. In diesem Sinne bleiben diese Arbeiterregierung, ihre Leistungen und Opfer unvergessen.

Aus der Provinz und weiter

Ein Glanzstück, über das wir uns freuen können, wird 100! Es ist die Stadtbibliothek. Es gibt eine tiefe Verbundenheit dieser Einrichtung mit den Menschen unserer Stadt. „Kind und Kegel“ sind dort ein und ausgegangen und damit aufgewachsen. Nicht ohne Stolz berichtet die Leiterin im Kulturausschuss von Vergangenheit, Gegenwart und den Projekten der Zukunft. Es ist eine Erfolgsbilanz. Die Bücherei wurde mehrfach ausgezeichnet. Das Angebot sollte weiterhin auch sonntags zur Verfügung stehen. Sonntagsöffnung auf der Basis von Automatisierung. Über die wechselvolle Geschichte wird in einer Veranstaltung am 3. Dez. der Stadtarchivar Ralf Rogge informieren und diskutieren.

Hier im Rathaus …

Suspendierung aufgehoben. Der Stadtdezernent für Sicherheit und Ordnung, Recht und Soziales wurde bekanntlich von der Bezirksregierung vom Dienst suspendiert. Er sei in das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren wegen der illegalen Beschaffung von Aufenthaltserlaubnissen für Wohlhabenden aus dem Ausland verwickelt. Diese sogenannte Schleuser-Affäre (wir berichteten) hat ziemliche Erschütterung ausgelöst. Man kann aber nicht sagen, die irgendwie einbezogene Stellen würden sich sehr um rasche Aufklärung bemühen. Der jetzige Zustand und die Aufhebung der Suspendierung des Herrn Welzel läßt eher vermuten, die Sache könne ausgehen wie das berühmte „Hornberger Schießen“.

Mittlerweile haben Herr Welzel mit Anwalt und die Solinger CDU mit Herrn Voigt gegenüber der Bezirksregierung und namentlich ihrem Präsidenten (von den Grünen) massive Geschütze aufgefahren. Die Brocken fliegen.

Der Internationale Frauentag wurde auch in Solingen begangen. Aufgerufen zur Demonstration hatte der Türkische Volksverein und die Alevitische Kulturgemeine. Gekommen waren ca. 100 Menschen u. a. von verdi, Internationales Frauenzentrum und Omas gegen Rechts, wie das Tageblatt notierte. Die DKP Solingen hatte ebenfalls aufgerufen und vorher einen Gruß an Frauen und Mädchen unserer Stadt verschickt.

Internationaler Frauentag 2026

Eine mutige Frau

Wir grüßen alle starken Frauen und Mädchen, die jetzt schon unterwegs sind und sich rühren, sich nicht abfinden mit Unrecht, das ihnen angetan wird. Ob im Kleinen, im Alltag, in der Familie gar, in Schule und Beruf – überall. Die erkennen, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind, weltweit durch Klimakatastrophen und Krieg, Elend und Terror, Ereignisse, in denen Frauen und Kinder am meisten leiden, die ersten Opfer sind.

Der Internationionale Frauentag wendet sich auch diejenigen Frauen und Mädchen zu, die nicht erkennen, was geschieht oder sich noch hilflos fühlen, auch an jene, die noch blind sind und sich in dem aktuellen Mainstream treiben lassen. Warnungen vor der in Wahrheit brutalen Herrschaft der internationalen Konzerne, wie zum Beispiel durch Milliardärs-Mediengiganten, kommen noch nicht zu ihnen durch. Aber diese Kraken aller Schattierungen ergreifen Herzen und Hirne. Treiben besonders junge Menschen in immer heftigere Abhängikeiten und erniedrigen sie zu willenlosen Konsumenten in Scheinwelten..

Doch es gibt Widerstand.Und nicht wenig. Auch bei uns. Vor unserer Haustüre. Auf alle Aktiven richtet sich unser Blick auc h an diesem Internationalen Frauentag. Und das macht Mut.

Hier ist die Grußkarte der DKP Solingen zum diesjährigen Internationalen Frauentag.

Im Kalender geblättert / Februar

25.Februar 1941: 40.000 Menschen demonstrierten durch die Amsterdamer Innenstadt. Es war Generalstreik, zum dem die Kommunistische Partei aufgerufen hatte. Befolgt wurde der Streik vor allem im Hafen; viele Geschäfte aber blieben geschlossen. In erster Linie stellten sich die Menschen gegen den Terror der deutschen Besatzer und die anhaltende Verfolgung und Deportation jüdischer Mitmenschen. Damit wehrten sich zum ersten Mal im besetzten Europa so viele und entschlossene Menschen gegen Naziterror. Die Hitlerbesatzung war völlig überrascht – und reagierten mit sofort verstärktem Terror. Es wurde wahllos auf Streikende geschossen. 9 Menschen kamen ums Leben. 24 wurden verwundet. Eine Verhaftungs- und Entassungswelle setzte ein. 18 Arbeiter wurden als „Rädelsführer“ hingerichtet. Viele andere mussten ins Gefängnis oder wurden sofort deportiert.

In der Amsterdamer Innenstadt erinnert das Denkmal des Hafenarbeiters und eine große Gedenktafel an den Generalstreik vor nunmehr 85 Jahren. Ein wahlich heroischer Akt des antifaschistischen Widerstands.

28. Februar 1986. Heute vor 40 Jahren wurde der populäre Schwedische Ministerpräsident Olof Palme beim Heimweg von einem Kinobesuch auf offener Straße erschossen. Wie kein anderer prägte der das Bild einer engagierten Außenpolitik, die für europäischen Frieden und Entspannung eintrat. Er selbst trat entschlossenen gegen den US-Krieg in Vietnam ein, engagierte sich als UN-Vermittler im Krieg Iran-Irak und beförderte weitere Abrüstungsinitiativen. Er galt internationional als Stimme der Abrüstung und Entspannung und kümmerte sich um die Belange des Globalen Südens. Sein oder seine Mörder wurden nie ermittelt; verschiedene Verdächtige wurde als Täter präsentiert, jedoch nie Beweise vorgelegt. Stimmen halten es für wahrscheinlicher, dass der schwedische und andere Geheimdienste im Bunde mit der Rüstungsindustrie hinter der Ermordung diese auch von uns sehr geschätzten Politikers stecken.

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Weiteres, zum Teil wenig Heiteres aus der Provinz

Von Karneval, der Wupper und wie sich der stark geschundene Fluß zur Heimstätte der ganz aktiven Holzarbeiter entwickelt hat, und was das Leben in der Nachkarnevalszeit so bringt.

Wir blicken zurück: Karneval, der sich in Solingen eher moderat gibt. Rosenmontag mit einem Umzug, viel Volk dabei, einem Prinz mit Gefolge, einem neuen Oberbürgermeister, Amüsement für alle, die es wollen.

Kleines Karneval-Museum: Unser Beitrag war diese Auswahl an Fasnachtsraritäten aus dem Elztal. Dieses liegt in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Dort, wo Fasnacht, wie es dort heißt, sehr ländlich und rustikal begangen wird. Die gezeigten Masken sind aus Ton, vor vielen Jahren vom Dorfältesten handgemacht und handbemalt. Sie wurden als Orden für die Fasnachtsaktiven verwenden. Haben oben zwei Löchlein, womit sie an einem Schnürchen um den Hals getragen werden können. Diese kleinen Masken sind schön und historisch und künden von Karneval aus einem anderen Teil Deutschlands, wo es Fasnacht heißt. Eine Gegend übrigens, die eine Reise immer lohnt.

Wie es heißt, hat sich im benachbarten Leverkusen sogar ein Wolf für den dortigen Karneval interessiert. Er sei, wie ein glaubwürdiger Zeuge bestätigt, in die Innenstadt gelaufen und ganz dicht am Karnevalszug-Verantwortlichen vorbeigehuscht. Ein Beweis unserer Meinung nach, dass selbst dichtestes Getümmel und verrücktestes Getue ihn nicht wirklich aufregen können. Auch an dieser Stelle ein Plädoyer dafür, ihn als Neubürger zu akzeptieren und einfach zu lassen. Dann läßt er auch.

Biberarbeiten an der Wupper

Halt, hier noch diese Meldung: Fraglos, der Biber ist bei uns angekommen und hat sich mit seiner Familie fest am Wupperufer niedergelassen. Er muss zum Kreis der Ureinwohner gerechnet werden, zeitweise verschwunden, ist jetzt wieder da, vor allem am Unterlauf der Wupper. Das hat natürlich Zweifler und Kritiker auf den Plan gerufen, ‚Bäume werden gefällt, Wasser ungeplant gestaut …‘ Doch sollten wir gelassen die Veränderungen beobachten, was sich so tun wird. Interessantes und Erfreuliches, wie der BUND in Veröffentlichung zum Thema meint. Lesenswert. Wir haben selbst Holzarbeiten unseres Freundes an der Wupper entdecken und bewundern können. Alles in allem rät BUND uns dringend, ‚heißt ihn willkommen, er wird unser Naturleben bereichern, der Artenvielfalt wird es gut tun‘.

Ernstere Themen aus der Provinz und der Umgebung werden nicht lange auf sich warten lassen. Gleich geht’s weiter.

Die neue Woche beginnt mit einem Gong: Das Thema –Verschärfung der Straßensatzung– kocht hoch. Saubermänner/- und Frauen von CDU und Gruppe Zukunft stellen in der Bezirksvertretung den Antrag, die Verschärfung der Straßensatzung zu vollziehen um damit den Aufenthalt von Obdachlosen im Hauptbahnhof zu verunmöglichen. Wir haben gegen diese sozialpolitische Kälte Stellung genommen. Hier zeigt sich die tiefe Spaltung in der Gesellschaft. Das Pikante ist, dass die Antragsteller keine Mehrheit haben, wenn SPD, Grüne und wir dagegen stimmen. Da muss die AfD einspringen. Aufräumen im Hauptbahnhof mit der AfD!

Die Erklärung der Linksfraktion dazu kommt hier: