Wieder vom linken Rand

Solingen hat’s nicht leicht mit dem Zugverkehr: Einige ICE-Verbindungen fallen weg, vor allem diese nach Hamburg. Jetzt fallen auch die S-Bahnen und Regionalzüge nach Düsseldorf für einen Monat weg und die Fahrgäste dürfen sich mit dem Ersatzverkehr begnügen. Überall notwendige Reparaturen; die Infrastruktur ist zum Teil veraltet und extrem störungsanfällig.

Es wurde uns zugetragen, auch in Solingen seien Aktionen und Demos der Gruppe „Gen Z regelt das“ geplant. Ein Protesttag sollte der 31. Oktober sein. Die Obrigkeit befürchtet ein Überschwappen aus Frankreich und anderen europäischen Städten und Regionen, Der NRW-Innenminister kündigt schon mal an „…wir werden nicht akzeptieren, dass ein marodender Mop unsere Städte zerstört.“ (Zitiert nach Solinger Tageblatt 20.10.26). In Solingen wurde ja mit den Sozialprotesten „Sozial Solidarisch Solingen“ ein Anfang gemacht, wenn auch noch bescheiden, aber mit vielen Akteuren dabei. Die Einschnitte ins Sozial- und Gesundheitswesen und die Defizite im Bildungssystem und den entsprechenden Einrichtungen, die extrem hohen und immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und die ungelösten Wohnungsprobleme, das alles ist so gravierend, dass schon noch mehr an Protesten kommen könnte. Wir nehmen wahr, dass OB Flemm sich besorgt zeigt, dass nur noch 30 % der StadtbewohnerInnen der Stadtverwaltung trauen. Es wird nicht gesagt, woran das wohl liegen könnte.

Vom linken Rand

Dies kommt heute vom Linken Rand: Ratsitzung war, Solingen beginnt sich gegen den Sozialabbau zu wehren, Betty-Reis-Gesellschaft und ein Jugendbuch

Ratsitzung vom 1. Oktober war. Walter wurde verpflichet. Feierlich. Unsere Fraktion brachte starke Botschaften ein. Zur friedensorientierten Wirtschaftsförderung, starke Positionierung gegen AfD und natürlich, was uns schon lange beschäftigt: Die Zukunft des Theater- und Konzerthauses. Bekanntlich schwärmen einige Fraktionen und die Verwaltungsspitze für Maxi-Projekte in Gestalt von möglichen mehreren Varianten, deren „Machbarkeit“ soll mit einer aufwendigen Studien untersucht werden – untersucht, gegen Geld natürlich, wird mindestens 175.000 Euro kosten. Wenn’s dann irgendwann ans Umsetzen von irgendwas geht, wird die Kostenspanne der Projekte zwischen 150 – 450 Millionen liegen. So ungefähr. Unsere Fraktion favorisiert die Lösung „das Haus lassen wo es ist und weiter modernisieren“. Das sei realistisch, vernünftig, zahlbar auch. Walter trug den Standpunkt der Fraktion vor. Hier kommt sein Text:

(Weitere Reden bei Linksfraktion)

Die Preisträgerin

Die Betty-Reis-Gesellschaft in Solingen ist weitgehend unbekannt. Es lohnt sich aber sie kennen zu lernen. Die Gesellschaft erinnert an eine junge Frau, die bei einer jüdischen Familie als Kindermädchen arbeitete. In der Progrom-Nacht 1938 wurde auch sie von SA-Schlägern schwer mißhandelt und schließlich in ein Konzentrationslager verschleppt und dort ermordet. Die Gesellschaft verleiht jedes Jahr ein Jugendbuchpreis, der dem Andenken an Betty gerecht wird. Da geht es um Werte wie Toleranz, Verantwortung auch für andere, Respekt, Mitmenschlichkeit und Zivilcourage. Der Preis ging dieses Jahr an die Autorin Maike Harel für das Buch „Omni-X“, das gerade Jugendlichen solches Denken und Handeln vermitteln kann. Ausgewählt haben das Buch Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Geschwister-Scholl-Schule. Wir konnten als Vertreter der „Solinger Politik“ an dem Festakt teilnehmen. Alles in Allem, hier wird die Vermittlung von für uns alle lebenswichtiger Werte an junge Menschen praktiziert. Im Sinn von Betty Reis.

Die Kundgebung des Bündnisses „sozial.solidarisch.Solingen“ ist gewesen am Samstag 10. Oktober auf dem Fronhof. Es kamen ungefähr 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, und das bei schuppigem Herbstwetter. „Es war ein toller Auftakt“, so resumierte eine Organisatorin. Dem ist zuzustimmen. Vor allem die große Breite der beteiligten Organisationen und Einrichtungen überzeugte. Rednerinnen und Redner aus dem verschiedensten sozialen Bereichen schilderten ihre Lage. So aus dem Klinikum, vom VdK, eine Ärztin sprach, von Sozial- und Jugendverbänden, CVJM und weitere. Eindrucksvoll berichtete zum Schluß eine junge Frau über ihre Lage als psychisch Kranke und welche Befürchtungen sie hat, wenn auch ihr Bereich vom Sozialabbau betroffen sein wird. Auch der Widerspruch zwischen den sozialen Bedürfnissen und dem Kahlschlag und der ausufernden Rüstung kam zum Tragen.

Gruppe Papa Jo macht Stimmung

Für weitere gute Stimmung und Laune sorgte die Trommelgruppe Papa Jo Jobarteh. Gut geeignet, bei dem kühlen Wetter schon mal die Glieder zu bewegen.

Aktive

Gedanken zu einem 3. Oktober

Warum diesen Feiertag, den 3. Oktober, nicht „feiern“. Gedanken am Vorabend.

Phuuh, ist das schwer zu erklären. Finden doch die meisten , – „die Mauer war hart und unmenschlich, da gab es Tote, gut dass sie weg ist und überdies regierte in der DDR die SED-Diktatur, die haben wir jetzt los. War doch ein Unrechtsstaat“. So oder ähnlich wird gesagt.

Schwer dagegen anzukommen. Ist Mainstream-Meinung. Auch sonst kritische linke Freunde sehen das teilweise so. Lassen wir zunächst die DDR Autorin Elfriede Brüning zu Wort kommen:

„Als unsere Dörfer und Städte in Trümmer lagen, errichteten wir in einem Teil Deutschlands ein Staat, in dem jeder Arbeit und ein ausreichendes Einkommen hatte, in dem Gleichberechtigung herrschte zwischen Mann und Frau und jeder unabhängig von seiner Herkunft Zugang zu Bildung, Wissenschaft und Kunst fand. In dem der Eine dem Anderen nicht als Konkurrent oder Konsument entgegen trat. In dem das friedliche und solidarische Miteinander der Völker höchstes und immer wieder zu gewinnendes Gut war. Ein Staat, der aus der Geschichte gelernt hatte und dessen Geburt von einem Schwur begleitet war: Nie wieder darf von deutsches Boden ein Krieg ausgehen“.

Dieser hohe Anspruch hat auch uns begeistert. Und wir wünschen uns auch heute immer wieder, die heutige BRD möge all das haben. Wie überlegen wäre dieser dem brutalen neoliberalen Kapitalismus, von dem selbst ein Papst sagte „Kapitalismus tötet“.

Um doch bald zu erkennen, dass das so einfach nicht ist. Dieses Ländchen DDR hatte ein furchtbar schweren Start. Musste noch Reparationen zahlen an die Sowjetunion, die Produktion war zerstört, lief nur schwer an, der Westen warb abertausendfach qualifizierte Kräfte ab, das Denken im Alten steckte noch tief in Köpfen. Und eine Staatenumwelt, die keineswegs freundlich gesinnt war. Der Kalte Krieg war unerbittlich.

Vieles, was die Autorin oben beschrieben hat, wurde erreicht. Es entstand ein Land mit Bildung für alle, Gesundheit für alle, mit hohen wissenschaftlichen und geistigem Niveau. Ein Leseland wurde gesagt. Regierung, Partei und Volk geben alles, um das Land zu entwickeln stärker zu machen. Und Freunden in aller Welt wurde auch noch geholfen. Befreiungsbewegungen erhielten materielle, solidarische Unterstützung, Entwicklungsländern ebenfalls. Die DDR wurde mehr und mehr in der Völkergemeinschaft anerkannt, Mitglied der Vereinten Nationen, bei der Helsinki-Konferenz 1975 saß Erich Honecker in einer Reihe mit dem deutschen Kanzler und dem USA-Präsidenten. Das Lese- und Bildungsland DDR konnte stolz sein. Auch im Sport hatte die DDR Gewicht. Zusammen mit der großen Sowjetunion und anderer sozialistischer Länder entstand ein Kraftblock, der den zündelnden Imperialismus durchaus in Schach halten konnte.

Trotzdem hat die Kraft nicht gereicht. Die Arbeitsproduktivität war zu gering, das Land konnte nicht mithalten, steckte auch viel Geld in die Rüstung, unterlag so der Übermacht des Westens. Fehlentscheidungen und mangelndes Vertrauen in die eigene Bevölkerung tat ihr Übriges.

Wir alle haben uns viel erhofft. Unsere Freunde haben so gedacht: Mit der materiellen Fülle des Westens und dem Guten der DDR muss doch diese „bessere“ Gesellschaft gelingen.

Aber es kam anders. Schon 1999 überfiel der Westen mit der nun größeren BRD im Bunde das neutrale Jugoslawien und zerschlug es. Den Menschen der DDR wurden ihre Arbeit und ihre Identität geraubt. Heerscharen von Westlern fielen über den Osten her um dort zu lehren, wie jetzt zu Laufen ist. Gleichzeitig räumte der Kapitalismus nun in ganz Deutschland die sozialen Errungenschaften vieler Jahre brutal ab. Das Aushängeschild „goldener Westen“ gen Osten wurde nicht mehr gebraucht.

Das kann endlos weiter geschrieben werden, denn wir sind in der Gegenwart angekommen. In einem tiefgespaltenen, von Ultrarechts massiv bedrohten Land. Leserinnen und Leser mögen selbst urteilen und vielleicht doch zuzugestehen, über das Verlorene traurig zu sein zu dürfen.

Notizen vom linken Rand

Heute über aufwirbelnde Landtagswahlen, die Bildungs- und erholungsoase Güterhallen, über Neues aus der Links-Ratsfraktion mit einer Personalie, ein 80. Geburtstag und anderes

Die Wahlergebnisse vom vergangenen Sonntag 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben für die Solinger CDU bisher wohl nicht berührt. Man fühlt sich sicher. Die Kommunalwahl ist ja vorbei und Grund zu Zufriedenheit mit dem neuen OB. Es äußern sich Haug jr. und Hardt. Druck auf die CDU-Führung nach Veränderungen der Berliner Politik, ist von den Herren nicht zu erwarten. Also weiter so. Das, was in Berlin an Attacken auf die Linkspartei geschieht, immerhin haben über 60 % junger Leute Linke gewählt, ist Grund, in Solingen die Entwicklung genau zu beobachten und an dem Thema zu arbeiten. Und auf Angriffe vorbereitet sein. Wir freuen uns jedenfalls über den Erfolg der Linkspartei in Berlin.

Franz Haug, ehem. OB

Die Güterhallen am alten Bahnhof erfreuen sich großer Beliebtheit. Da sind Künstlerinnen und Künstler eingezogen. Ebenso das sehr beliebte Café Stückgut. Die Künstlerkolonie feierte am Wochenende ihr 20jäjriges Bestehen. Ein buntes Bild, alle Türen standen offen, vieles wurde geboten. Viel Grund zur Freude über das, was unter der Leitung des Vereins geschaffen wurde. Der Künstler Peter Amann, der leider verstorben ist, er hatte sehr viel zum Gelingen des Projekts beigetragen, wurde mit einer informativen und anrührenden Collage geehrt. Der Jubliläumsempfang, zu dem wir als Linkskommunalpolitiker auch eingeladen waren, gestaltete sich als Treff für viele, aber auch von vier Oberbürgermeister, die an der Entstehung beteiligt waren bzw. es heute in ihrer Hand haben. Herausragend ist die Rolle, die damals Franz Haug als OB gespielt hat. Nach eigenem Bekunden, waren die Güterhallen sein Herzensprojekt, von ihm „das Worpswede in Solingen“ genannt.

Es gibt Veränderungen im Rat der Stadt. Die Gruppe SG Zukunft um die Ratsmitglieder Höttges und Conrads verlieren zwei Fraktionskollegen. Diese wollen sich ab sofort als separate Ratsgruppe verstehen.

Verpflichtung.

Auch in der Linksfraktion ändert sich was. Ratsmitglied Feli ist verzogen. Nachrücker ist Walter Herbster. Er wird am 1. Oktober seine erste Ratssitzung haben. Walter ist nicht unerfahren im lokalen Parlamentarismus. 2014 wurde er in die Bezirksvertretung Solingen-Wald gewählt. Unser Foto zeigt ihn, wie er damals als Sitzungspräsident Birgit Zeier(SPD) als Bezirksbürgermeisterin auf die Landesverfassung und die Gemeindeordnung verpflichtet.

„Grenzgänger“ reißen mit

Die VVN/Bund der Antifaschisten hatte am Samstag, den 26. September ihren Großen Tag. Es galt den 80. Geburtstag zu feiern. Das ist voll gelungen – und wir konnten als Gäste (und Mitglieder natürlich) teilnehmen. Die KO-Fabrik in Bochum war gestens gerüstet und bot viele Infos und vor allem Hörenswertes – für Kopf und Herz. Im Mittelpunkt stand die „Festrede“ des Generalsekretärs der FIR (das ist der Zusammenschluß in internationalen Verbände der Widerstandskämpfer, Verfolgten, Emigranten und Deserteure). Er gab einen fundierten Ausblick auf die Zukunft der antifaschisten Arbeit, insbesondere der VVN/BdA. Es folgten Lieder, der Auftritt eines Kabarettisten, eingestreut die Grußworte des Bürgermeisters der Stadt Bochum und eines SPD-Bundestagsabgeordneten. Beide Redner mit Ausdruck des tiefen Respekts vor der Arbeit der VVN/BdA. Das glänzende Finale bestritt die Rock- und Folkband „Grenzgänger“ aus Bremen. Sie verstanden es, das Publikum voll in ihren Bann zu ziehen.

Erinnerung an Peter Gingold

An Peter Gingold, den jüdischen Widerstandskämpfer und Kommunisten, erinnerte die VVN/BdA Solingen. Seine Tochter Alice und sein Enkel Juri lasen aus Peters Erinnerungen, die als Buch beim Verlag PapyRossa erschienen sind. Passend fand die Lesung im Max-Leven-Zentrum statt, gibt es das Zentrum ja zur Erinnerung an den Genossen Max Leven, der vor den Augen seiner Familie in der Progromnacht erschossen wurde. An dem Ort, wo auch die Redaktion der „Bergischen Arbeiterstimme“ Quartier hatte. So war dieser Abend Peter G. und Max L. gewidmet, standen sie doch gemeinsam auf gegen die Braune Pest.

In der Lesung wurde berichtet von Peters Jugend in Frankfurt, wie er begann, sich für Politik zu interessieren, wie der Nazisterror begann, die Familie floh und sein Anschluss später an die Résistance in Paris begann und verlief. Eindringlich die Schilderung über seine abenteuerliche Flucht nach der Verhaftung durch die Gestapo. Schließlich stand die unbeschreibliche Freude der Befreiung der Stadt von den Nazitruppen. Peter war direkt beteiligt. In Filmeinspielungen war aus seinem Mund immer wieder vom Stolz über das Erreichte zu sehen und zu hören. All das war für Peter überschattet vom Schmerz über den Tod von Familienmitglieder in Auschwitz und des Bruders.

Ebenfalls erwähnt wurde der Skandal der verweigerten Staatsbürgerschaft nach der Rückkehr aus Frankreich und das spätere Berufsverbot für die Tochter Silvia.

Alice und Juri

Peters Vermächtnis ist wohl sein unablässiges Wirken der Aufklärung vor allem junger Menschen über den Faschismus und die eindringliche Aufforderung, nicht nachzulassen Menschlichkeit und Demokratie immer und überall zu verteidigen. ‚Wir haben vieles falsch gemacht‘ – so etwa seine Stimme, ‚aber wir wußten nicht, was Faschismus an der Macht ist. Aber jetzt wissen wir es‘. Unvergesslich ist Peters Auftritt in Solingen am ersten Jahrestag des Brandanschlag vor 1993.

Die Provinz gegen Rechts

Düsseldorf – Treffpunkt vor DGB-Haus (Nähe Hbf)

An diesem Wochenende haben sicherlich 100.000 Menschen in der Bundesrepublik gegen Rassismus, für die Erhaltung der demokratischen Rechte, für Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt demonstriert. Wie Teilnehmer der Düsseldorfer Demonstration berichten, waren es bestimmt an die 20.000 Menschen. Die Stimmung sei entschlossen gewesen, sich entschieden gegen den Ansturm der Ultrarechten zu wehren und die Forderung eines Verbots der AfD zu untersützen. Auslöser der Aktionen im ganzen Land war der erdrutschartige Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt am 6. September. Die etablierten Parteien, vor allem die CDU, erlitten zum Teil erhebliche Verluste. In deren Parteizentralen wird gezittert, ähnlich könnte sich in Mecklenburg-Vorpommern und vor allem in Berlin fortsetzen. Solche Besorgnisse sind nicht unberechtigt.

Bestimmt ist in klugen Köpfen, am ehesten bei der SPD (?), durchaus die Meinung vorhanden, bei der übermassenhaften AfD-Wahl könnte es sich um Wut und Proteste gegen die Politik in Berlin und wo auch immer handeln. Aber das führt nicht zu irgendwelchen Konsequenzen. Offensichtlich wenden sich immer mehr Menschen dieser Politik ab und erwarten überhaupt nichts mehr Gutes aus der Reihen der führenden Politikerriege. Es wird ja hautnah die Zerstörung des Sozialstaats erlebt, die Lebenshaltungskosten laufen stündlich davon, die Mieten sind mittlerweile fast unbezahlbar. Kurz – auf der ganzen Linie sind die Ursachen dieser Wahl-Entwicklung auszumachen. Regierungspolitiker verkünden jedoch ständig, es läge an der ungenügenden Kommunikation. Für wie doof hält man das Wahlvolk?

Wir bedauern, dass der berechtigte Protest sich zu wenig in Zustimmung für Links umsetzt. Ebenso ist zu bedauern, dass die Erkenntnis, dass das neoliberale System der Marktwirtschaft an ein Ende seiner Möglichkeiten gestoßen ist und Neues, linke, sozialistische, alternative Ideen zum Zug kommen müssten. Leider machen die Medien die Menschen für Alternativen taub und unerreichbar, statt dessen wird unablässig ein Russenhass entfacht und die Gesellschaft nur noch auf Kriegstüchtigkeit getrimmt.

Wir unterstützen alle diese Aktionen für Erhalt unserer demokratischen Rechte und Freiheiten des Grundgesetzes und gegen Rassismus jeder Art. In diesem Sinnen gilt es den gemeinsamen Nenner zu finden, um zu Massenaktionen gegen Rechts zu kommen um gemeinsam damit die Ultrarechten zurückzudrängen. Die vielfältigen Aktionen machen Mut, weiterhin widerständig zu sein.

Termine:

Lesung „Peter Gingold: Paris – Boulevard St. Martin No. 11“. Peters Tochter und der Enkel Juri lesen aus seinem Buch. Darin schildert er sein Wirken in der Resistance und Erlebnisse aus den Jahren in der Bundesrepublik. Peter Gingold, jüdischer Kommunist, war wiederholt in Solingen. Unvergessen ist sein Auftritt in Solingen nach dem Brandanschlag 1993. – 18.30 Uhr Max-Leven-Zentrum 15. September

Stadtführung zur Familie Coppel am Freitag, den 25. September 14 Uhr am Jüdischen Friedhof Estherweg.

Die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten) und die VVN-BdA Bochum begehen mit Freunden das 80jährige Bestehen der Organisation. Am Samstag, den 26. September in der KO-Fabrik Quartierhalle in Bochum, 15 Uhr. Es spricht Dr. Ulrich Schneider, Präsident der FIR, das ist die Internationale der Widerstandsleute. Es wird ein vielfältiges Programm mit Kabarett, Liedermachern und der Politrock- und Folkband Grenzgänger geben. Solibeitrag für Eintritt 10,–.

Samstag, den 26. September Demo „Sozialprotest“ in Essen.

Samstag, den 3. Oktober: Friedensdemonstrationen in Berlin und Stuttgart

Samstag, den 10. Okober. Demonstration gegen den Sozialen Kahlschlag.in Solingen

Theater- und Konzerthaus geht in die nächste Runde.

Die bevorstehende Sitzung des Ausschusses für Kultur, Stadtmarketing und Touristik hat es auf der Tagesordnung. Die Fraktionen haben unterschiedliche Vorstellungen und treten auch so auf. Die Fraktion DIE LINKE hat ebenfalls ein Antrag und dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht. Auf Instagram gibt es auch ein Video dazu.

Hier ist die Pressemitteilung:

Wieder Provinz

Ohligs pulsiert

Nach viel Trauer und Nachdenklichkeit richten wir den Blick wieder auf den Alltag in unserer Stadt, die uns sehr viel bedeutet.

Heute Bericht mit dem Geschehen um ein Kinderfest, einer Nachbemerkung zum 80. Geburtstag unseres Bundeslandes. Und das wechselvolle Geschehen um das Kersting-Haus. Und dann kommt auch noch der Progressive Kalender zu Wort

Das Tageblatt vom 22. August läßt aufhorchen: Auf Seite wird berichtet über ein Kinderfest im Stadtteil Ohligs, zum dem die Initativen „Oma gegen Rechts“ und „Parents for Future“ zwar dabei sein wollten, aber von den Veranstaltern wieder ausgeladen wurden. Die Gruppen wollten ein Demokratiespiel anbieten. (Solche Fragen: Hat Deutschland einen König? und „Wer in Deutschland besitzt besondere Würde, um vom Staat geschützt zu werden?) und ein Quiz zu den Themen Hitze, Wasser, Umwelt, Ernährung und Müll/Mülltrennung anbieten. Igittigitt – muss von Kindern ferngehalten werden.?

Heinz Renner aus Essen

Die Jubelklänge der Feier 80 Jahre NRW sind verklungen; Medien und politische Öffentlichkeit richten wieder den Blick, jetzt besorgt, auf die Wahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag. Trotzdem noch zu NRW: Wie erinnerlich, stand die KPD wie viele Menschen für ein vereintes demokratisches Deutschland. Nicht so die Eliten der Konservativen, die die Aufspaltung und Anlehnung an die „Westliche Wertegemeinschaft“ unter Führung der USA wünschten. Ganz in diesem Sinne verfügte die britische Besatzungsmacht am 19. Juli 1946 das Zusammenlegung der Provinzen Nordrhein und Westfalen zu einem Bundesland. In der Hauptausschusssitzung des Provinzialbeirats nahm für die KPD der Genosse Hugo Paul dazu Stellung und erklärte, ‚dies sei ein erster Schritt und ein Versuch, Deutschland zu spalten. Es sei überraschend, ohne Kenntnis und Befragung der demokratischen Parteien geschehen‘. Der ablehnenden Linie folgte die KPD weiter, stellte sich aber dennoch im Interesse der arbeitenden Bevölkerung einer Landesregierung zur Verfügung. Minister der KPD wurden die Genossen Heinz Renner aus Essen (Der erste Oberbürgermeister der Stadt Essen nach der Befreiung) und der Genosse Hugo Paul aus Hagen. Ministerpräsident wurde der Konservative Rudolf Amelunxen.

Im Herzen des Stadtzentrums

Heute am 2. September ist zu hören, dass die Verwaltung das Kersting-Haus aufgibt. Solingerinnen und Solinger erinnern sich an das Café nebst Konditerei im Herz der Innenstadt. Nach Ende des Cafés sollte es ein Innenstadt-Stützpunkt werden für den Kommunalen Ordnungsdienst (KDO) und für Polizei. Nach Berichten lief das alles mehr als holperig. Jetzt zurück auf Anfang. Gesucht wird Handel, noch besser Gastronomie. Der Ankauf der Immobilie durch die Stadt erfolgte seinerzeit um zu verhindern, dass das Haus in die Hände eines „Clans“ fällt. Ein sehr dehnbarer und vielseitig zu verwendbarer Ausdruck.

Der „Progressive Kalender“ erinnert an den 3. September 1941. An diesem Tag begannen die Nazis im Auschwitz zur Massen-vernichtung das berüchtigte Zyklon B einzusetzen.

Der Progressive Kalender erinnert auch an den Genossen Wilhelm Pieck, der 1876 geboren wurde und am 7. September 1960 gestorben ist. Genosse Pieck war Mitbegründer der KPD 1919 und später der erste Präsident der DDR.

Abschied von Jörg

In Trauer nehmen wir Abschied von unserem Freund und Genossen Jörg Becker. Jörg stand für konsequenten Antifaschismus, aktive Gewerkschaften, für Einbringen von Ideen, beharrliches Dranbleiben an schon mal Entwickeltem, immer gut für Außergewöhnliches – Jörg war ein Querdenker im besten Sinn. Das prägte auch seine Arbeit als Wissenschaftler, sein Wirken als Professor sowie sein umfangreiches publizistisches Schaffen. Kurz vor seinem Tod konnte sein Buch über den kommunistischen Kundschafter Dr. Richard Sorge, der in Solingen wohnte und wirkte, erscheinen, Genosse Sorge hatte von Japan aus die sowjetische Führung über Kriegsabsichten des japanischen Faschismus infomiert – und bezahlte das mit seinem Leben.

Wer Solinger Kommunalpolitik erlebte, die Gewerkschaftsszene ebenso, der traf auf Jörg. Als Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE im Rat und als deren Versitzender des Kulturausschusses brachte er viele Impulse ein. In seiner Zeit im Bündnis „Solingen gehört uns“ gelang der Rückkauf der Stadtwerke Solingen, die seinerzeit an die Mannheimer Verkehrsbetriebe gegeben wurden.

Unsere Partei, die Genossinnen und Genossen der DKP, erfuhren seine Wertschätzung. Wir haben uns gegenseitig vertraut. Wir waren schockiert, als wir von seinem Tod erfuhren. Welch ein Drama, welch ein Verlust.

Unser Mitgefühl gilt Uli, seine Frau und Mitstreiterin, an Jonas, den wir gut kennen, mit seiner Familie, an alle Trauernde.

Die Genossinnen und Genossen der DKP Solingen

Das Solinger Tageblatt würdigte den Verstorbenen mit einem ausführlichen Text. Wir entnehmen der Ausgabe vom 3.9.26 diesen Ausriss.