Mitte Mai – Splitter aus der Provinz

Von Solingen, und was es zu bieten hat – das Zentrum für Verfolgte Künste – ist Union Solingen wieder auferstanden?/Tränen der Begeisterung über das Geschehen um das Rund – Trauriges aus der Partnerstadt – das Theater- und Konzerthaus ist in aller Munde –

Wer auswärtig ist, sei gesagt: Solingen hat vieles zu bieten. Geschichte und Tradition, schöne Ecken, wie zum Beispiel die Stadtteile Gräfrath und Wald, die Müngstener Brücke mit dem Büdchen der Familie Böhm darunter, (die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, erbaut 1897, 107 Meter lang, mit Ambition auf Weltkulturerbe). Und die Nähe der Natur, die Wälder und Bachtäler, nicht zu vergessen.

Das Zentrum für Verfolgte Künste ist einmalig. Eine Sammlung von allem, was die Kunst zu diesem Thema geschaffen hat, sofern es erreichbar war. Das ist viel und sehr empfehlenswert. Mehr im Internet. Und immer wieder Sonderausstellungen und Veranstaltungen. Hier zur Zeit die Veranstaltung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf! Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen“. Und vieles mehr.

Auch das Max-Leven-Zentrum ist erwähnenswert. Es erinnert an die Räume der Redaktion der „Bergischen Arbeiterstimme“ und den Redakteur, den Kommunisten Max Leven, der von den Nazis ermordet wurde.

Geschockt oder nicht: In einer Partnerstadt, Aue-Schema in Sachsen, sind die Faschisten ganz oben auf. Bei der OB-Wahl am vergangenen Sonntag erreichte ein Bewerber aus den Reihen der „Freien Sachsen“, einer eindeutig faschistischen Gruppierung, 29 % der Stimmen und damit den ersten Platz. Es folgt ein CDU-Mann mit 23,6 %. Nennenswert sind die 18,5 % für den AfD-Mann. Die wackere Linkspartei ging mit 6,4 % aus dem Rennen hervor. Es gibt eine Stichwahl.

Wenn man’s auch kleinteilig akzeptiert und ein Minimum auf den Fußball schaut oder einfach nur etwas lokal eingestellt ist, der horcht auf bei der Meldung vom Montag, den 11.5.26: „Über 1000 Fans bejubeln Oberligisten 03“. (Tageblatt). Es wird berichtet: „Die Klingenstadt ist durch die Sportvereinigung (Wald) nach 16 Jahren in die fünfthöchste Spielklasse des deutschen Fußballs zurückgekehrt. Mit dem 3:1 .. Erfolg über Kosova Düsseldorf kannte die Freude…“. Die Rede ist auch von Tränen in den Augen und zittriger Stimme des Vereinspräsidenten, als er das Siegesergebnis kommentieren durfte. … Ja, das ist doch was – oder nicht?

Neue Notizen aus der Provinz

Erste Gedanken gehen zu diesem Tag, dem Tag der Befreiung vom Faschismus!

Heute finden zum dritten Mal bundesweite Aktionen der Schülerinnen und Schüler gegen eine Wiedereinführung einer Wehrpflicht statt. Bei den vorhergegangenen Aktionstag haben sich geschätzt jeweils 50000 junge Menschen beteiligt. Mittlerweile wurden ca. 200000 Briefe an junge Männer und Frauen verschickt. Das Tageblatt vermeldet auf der Titelseite „Jeder Vierte ignoriert Wehrdienst-Fragebogen“. In den WDR-Nachrichten um 7 Uhr wird erwähnt, dass jetzt auch Linksextreme hinter den Aktionen stecken. Tatsächlich ist der fälschlich „Verfassungsschutz“ genannte Inlandsgeheimdienst auf die Aktivisten angesetzt. Zumindestens zu dem Zweck, junge Leute einzuschüchtern, indem ihnen so ein Eintrag ins Dosier angedroht wird. Wir haben in der neuen „Klingenstadt“, die zum 1. Mai erschienen ist, dazu geschrieben.

Darum geht es. Muss bleiben!

Lokal gehen die Wogen hoch um das Theater- und Konzerthaus. Bekanntlich gibt es Pläne, das jetzige Haus abzureißen und dort eine zentrale Feuerwache hinzusetzen. Darin sollten dann die Wachen Wald und Katernberg integriert werden. So ließe sich langfristig Geld sparen. Da gehen die Meinungen auseinander. Wir haben darüber berichtet. Gestern fand nun die Ratsitzung dazu statt, wo ein gemeinsamer Antrag der „demokratischen Parteien“ (inclusiv Linkspartei!) beschlossen wurde, die Stadtverwaltung sollte die möglichen Option umfänglich auf Kostenanfall prüfen(lassen). Die Linkspartei ist mit einem Redebeitrag aufgetreten (Ratsmitglied Anastasija Ebbinghaus) und einer Pressemitteilung. Diese ist hier zu lesen:

1. Mai auf dem Platz

Frank Bsirske

Gut 350 Kolleginnen und Kollegen und Unterstützer haben sich auch dieses Jahr wieder zur Demo und zum Familienfest eingefunden. Das Sonnenwetter tat sein Anteil, um die ganze Sache rund zu machen. Wenig Anmerkungen zu dem, was auf der Bühne geschah: Die Reden – wie üblich. Neu war, ein neuer DGB-Vorsitzender und ein neuer OB. Ersterer bekam guten Beifall, nicht der neue OB Flemm. Vorher hatte ein Sprecher der Beschäftigten des Klinikums mächtig eingeheizt; es ging um die sogenannte Service-Gesellschaft, mittels derer ein Teil der Beschäftigten aus der Gesamtbelegschaft ausgeklinkt und nun zu weniger Lohn und schlechteren Bedingungen tätig sind. Wir berichteten darüber. Flemm bekam das zu spüren. Die Aktivisten ließen hier voll Dampf ab.

Frank Bsirske, ehemals verdi-Vorsitzender, hielt eine wackere Mairede, die schon etwas nach unserem Geschmack war. Allerdings fiel sein Bekanntnis zu Waffenlieferungen, auch in die Ukraine, den Friedensbewegten unangenehm auf.

Unser Dunstkreis, DKP und SDAJ, VVN/BdA, Friedensforum, Naturfreunde und natürlich die Freundinnen und Freunde der Linkspartei und der Linksfraktion, war gut vertreten. Die Gewerkschaften, klar. Alles in allem, mit der angenehmen Atmosphäre, die noch durch die Schülerband, das gute Essensangebot, das Gewusel der vielen Kinder und den großen Rundtanz am Schluß gekrönt wurde, eine gute Sache.

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Die „Klingenstadt Mai 2026“ ist erschienen

Inhalt:

Unser 1. Mai – Zeitenwende auf dem Rücken der Beschäftigten – Stoppt die Brandstifter und Rüstungsprofiteure – Engagieren für Frieden und Soziale Sicherheit – Nein zur Einführung der Wehrpflicht – Wohnen in Solingen – Grünflächen erhalten, Leben schützen – Erinnerung an Richard Scheringer – Zum 156. Geburtstag von W. I. Lenin (Artikel der KPÖ)

Immer wieder die Provinz

Wichtiges und Unwichtiges, heute von der Misere mit dem Grillen in der Stadt, vom Theater- und Konzerthaus, das einer Super-Feuerwache weichen soll usw.

Bülowplatz – hier nicht!

Grillen ist in der aktuellen Jahreszeit sehr beliebt. Die besser- oder gut/sehr gut Verdienenden machen das auf eigenem Flecken vor oder hinter der Villa. Wer dazu nicht gehört, ist auf Öffentlichen Raum angewiesen. Dafür war das Gelände um den Engelsberger Hof sehr geeignet: viele fanden sich dort ein. Jetzt nicht mehr. Der neue Oberbürgermeister Flemm hat „von der Kanzel“ “ das Aus für das Gelände verkündet. Es soll einfach zuviel gewesen sein, auch am Naturschutz, am Wald, und das Chaos immer.

Hier auch nicht!

Jetzt wohin? Die Stadt hat Ersatz versprochen und Gelände genannt: Volkspark auf der Krahenhöhe, Bismarckplatz/Bülowplatz, Bärenloch. Aber die jeweiligen Bezirksvertretungen haben abgelehnt. Summe: Nichts ist geeignet. Jetzt steht die Stadt mit leeren Händen da. Was nun? Kein öffentliches Grillen mehr? Vielleicht haben unsere Freunde von der Partei-Die Partei eine Lösung aus der Sphäre der Satire – oder ähnlich. Wir haben auch keinen Vorschlag, werden aber weiter nachdenken.

Wir berichteten über das Theater- und Konzerthaus. Solides, schon älteres Stück, vielseitig, vom Publikum geachtet und geschätzt. Bekanntlich wollte der neue OB diese Kulturstätte an anderer Stelle haben (Omega-Gelände beim Stüdpark) und dafür eine Groß-Feuerwache hier an den Stadteingang platzieren. Der vorhergehende Rat beschloss damals (mit den Stimmen auch der Linkspartei) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Mittlereweile wird, auch mit unserem Zutun, davon Abstand genommen; der Kulturausschuss beschloss mit der Sanierung des jetzigen Konzerthauses fortzufahren und kassierte die Machbarkeitsstudie.

Doch die Verwaltung setzte sich darüber hinweg und gab ein Gutachten (für teurer Geld!) in Auftrag. Jetzt ist allerhand Konfliktpotential im Gang, über das wir weiter berichten.

Wieder viele beim Wenzelnberg-Gedenken am 19. April 2026

Unfähr 300 Menschen sind dem Ruf zum Wenzelnberg gefolgt. Diese traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an die Ermordung von 71 Menschen im April 1945 durch die Gestapo wird ihrem Auftrag gerecht und verbindet Gedenken mit dem Bezug zu heute und mahnt, wie die jungen Menschen aus Langenfeld ausdrückten, nicht leise zu sein, nie wieder leise zu sein angesichts der Bedrohung von Rechts und der vielen Kriege und Konflikte. Insbesondere die Rede von Alexandra Mehdi, die sprach für die VVN/BdA, traf die aktuellen Themen punktgenau.

Hier ist ihre Rede:

Wenzelnberg 2026

Gedenkfeier zu Ehren der 71 Häftinge, die am 13. April 1945 in der Wenzelnbergschlucht von den Nazis ermordet wurden. Traditionell sind die Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leichlingen und Langenfeld die Einlader. Dieses Jahr gestaltet die Stadt Langenfeld die Veranstaltung.

Unter dem Motto „Gemeinsam erinnern und Verantwortung tragen – Nie wieder leise“ tragen Schülerinnen und Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasium Langenfeld mahnende Texte vor.

Die traditionelle Rede der VVN-BdA kommt dieses Jahr von Alexandra Mehdi aus Solingen.

Nach Kranzniederlegung, einer Ansprache des Bürgermeisters und musikalischen Beiträgen schließt das Lied von den Moorsoldaten die Ehrung ab.

Sonntag, den 19. April 11 Uhr in der Wenzelnbergschlucht.

Antifaschistisches Mahnmal in Solingen – das Hakenkreuz wird zerrissen

Ostermarsch 2026 Rhein-Ruhr

Für Abrüstung und ein friedensbereites Land!

Ostermarsch Düsseldorf: Ostersamstag 14 Uhr vor dem DGB-Haus – Abschluß 16.15 Uhr vor dem Rathaus Düsseldorf.

Köln: Treffpunkt zur gemeinsamen Fahrt am Ostersamstag um 12.45 h am Hauptbahnhof.

Friedensfreunde treffen sich auch in Wuppertal und anderen Orten im Land.

Beginn in Köln: 14.30 h Roncalliplatz in Köln

Noch ein Kalenderblatt

An diesem 18. März im Jahr 1871 übernahm die Nationalgarde die Macht in der Stadt Paris. Die „Pariser Kommune“ hatte begonnen. Zuvor hatte Frankreich den Krieg 1870/71 verloren, der französische Kaiser wurde von preußischen Truppen bei Sedan gefangen genommen. Der Machtkampf der Großmächte Ende des Jahrhunderts schien für Deutschland/Preußen entschieden, Elsaß und Lothringen wurden deutsch. Reste der französischen Armee blieben mobisisiert und vor allem durch preußische Militärmacht im Kampf unterstützt. Die arbeitende Bevölkerung der Stadt Paris widersetzten sich der Kapitulation, die Nationalgarde weigerte sich, die Kanonen auszuliefern. So bekam das Zentralkommitee der Nationalgarde die Oberhand. Es folgten Wahlen zum Rat der Pariser Kommune, deren Ergebnisse am 28. März verkündet wurden. Im Folgenden wurden eine Reihe von Maßnahmen beschlossen und in Kraft gesetzt, die die größte Not in der Bevölkerung lindern sollte. Doch die Regierung, die nach Versailles geflohen war, kämpfte mit allen Mitteln gegen die Kommune. Die dramatischen und folgenreichen Kampfe der Konterrevolution gegen Kommune und ihre Errungenschaften ging für die Kommune verloren. Die Sieger veranstalteten ein beispielloses Blutbad. Die letzten Kämpfe fanden am 27. und 28. Mai auf dem Friedhof Père-la-chaise statt. Die Gedenkstätte an der Mauer der Föderierten erinnert daran.

Marx und Engels und die Internationale berieten und unterstützen die Kommune und machten immer wieder auf deren Fehler und Versäumnisse aufmerksam. Dennoch standen sie uneingeschränkt an der Seite der arbeitenden Bevölkerung von Paris und ihrer Kommune. Sie nannten sie zu Recht von welthistorischer Bedeutung. In diesem Sinne bleiben diese Arbeiterregierung, ihre Leistungen und Opfer unvergessen.