Aus der Provinz und sonst

Lokales und Überregionales am Anfang 2026: Aufruf zur Solidarität, Gewerbegebiete, Stadtsatzung, Wohnungslose im Bahnhof, härteres Durchgreifen, Alter Bahnhof im Verkauf, Grillverbot am Engelsberger Hof

Solidarity first!

Unsere Freundin und Genossin Isa Paape aus Erlangen steht arg unter Druck: Betriebsrätin bei Siemens Energy, wurde sie im November fristlos gekündigt. Es stehen Betriebsratswahlen an und das war der Geschäftsleitung wohl wichtig, sie an einer erneuten Kandidatur zu hindern. Das Verfahren vor dem Arbeitsgericht hat begonnen. Im Netz – Isa Paape – gibt es Infos und eine online-petition, an der sich beteiligt werden sollte.

Auch gefährdet: Piepersberg-West (Gräfrath)

Und schon sind wir wieder in unseren Stadtmauern. Um Gewerbegebiete geht es jetzt. Die Solinger SPD hat einen Wirtschaftsmann als neuen Vorsitzenden bekommen und schon kommt ein Antrag, der vergangenes Jahr beschlossene Masterplan sei zu ändern, die ausgewiesenen Gewerbegebiete Schrotberg und Fürkeltrath II seien sofort zu entwickeln und der Bebauung zur Verfügung zu stellen. Geschieht das, wird „grüne Wiese“ in großem Umfang zubetoniert und wertvolles Naturland geht verloren. Da das SPD-Ansinnen im Rat eine Mehrheit erzielen wird, ist zu resümieren: Die langjährige Auseinandersetzung um diese Gebiete geht für die Verteidiger in Richtung Schlappe. Mahnende Stimmen sind da. Bürgerinitative „Rettet das Ittertal“, die Schrodtbergleute, NABU, die Grünen, Naturfreunde und viele sonstige Aktive. Die Linke hat sich mit einer Gegenerklärung zu Wort gemeldet. Es bleibt zu hoffen, dass sich trotzdem starker Widerstand erheben wird. Aber parlamentarisch wird gegenwärtig nicht viel zu erreichen sein.

Ein steifer Wind weht – von Rechts. Jetzt kommen die Obdachlosen ins Visier. CDU und die Fraktion SG Zukunft stellen für die Bezirksvertretung den Antrag, die geltende Stadtsatzung zu verändern. Übernachten „Campen“ dürfe nur an den dafür genehmigten Stellen geschehen. Keinesfalls in Parks und Unterführungen. Es geht um die wenigen Menschen, die in der Unterführung im Hauptbahnhof nächtigen. Sie sollen vertrieben werden und Platz finden in städtischen Unterkünften. Wir gehen davon aus, dass diese Menschen nicht in Unterkünfte wollen, sondern eben diesen Schlafplatz bewußt gewählt haben. So wollen die C-Parteien die Stadt sauber halten und behaupten, durch das Nächtigen in den Durchgängen sei ein Angstraum entstanden. Absurd, die Obdachlosen wollen nur ihre Ruhe haben, von Übergriffen ist nichts bekannt. Sie passen eben nicht in das CDU-Stadtbild.

100 Tage ist nun der neue OB im Amt. Das Tageblatt titelt: „…kündigt härteres Durchgreifen des Ordnungsamtes an“. (7. Februar). Spucken, öffentlich Pinkeln, Tauben füttern… härteres Durchgreifen. Es bleibt nicht ganz aus, dass bei ‚härterem Durchgreifen‘ die Gedanken schweifen in die USA, wo ein Beispiel geschaffen wird, wie solches aussehen kann. … Nein, das ist natürlich bei uns nicht möglich. Leserinnen und Leser mögen sich nur ausdenken, wie härteres Durchgreifen im Durchgang im Hauptbahnhof aussehen würde. Das wollen wir gar nicht weiter ausführen.

Is er nicht schön?

Auch gar nicht erfreulich läuft es um den alten Bahnhof. Eine super Immobilie mit hohen Traditions- und Kulturwert; Solinger sind mit diesem Gebäude emotional verbunden. Vor nicht allzu langer Zeit fand eine umfangreiche Renovierung statt, mit viel Steuergeld. Jetzt ist der Verkaufsprozess im Laufen, drei Bewerber bekommen wohl den Zuschlag. Gastronomie, Freizeit usw. Könnte sein. Das Objekt wird zu einem skandalös niedrigen Preis abgegeben werden. Verscherbelt. Wieder ein Stück ‚Solingen gehört nicht mehr uns‘.

Hier nix mehr grillen! Verboten!

Noch ein Verbot. Bezeichnender Weise nicht im Rat oder in einem wesentlichen Ausschuss, sondern beim Neujahrsempfang der „Ohligser Jongens“ verkündete OB Flemm das Grill-Verbot am Engelsberger Hof. Dieses Gelände eingnet sich vorzüglich zum Familientreff zum Grillen, was bisher auch weidlich genutzt wurde. Dass das ohne Unordnung und Rückstände nicht abgeht, versteht sich von selbst, dürfte aber für eine Stadtreinigung kein Problem sein. Jedenfalls kochte das Thema derart hoch, dass schon mal ein Verbot verkündet wurde, was dann der damalige OB kassierte. Die heftige Debatte wurde auch befeuert und immer wieder mit mehr oder weniger Ressismus garniiert. Schluß damit, keine Grillen mehr – basta.So bleiben all diejenigen, die nicht vor oder hinter dem eigenen Haus oder eigenem Balkon grillen können, außen vor. Also vor allem die weniger Betuchten mit ihren Familien. Alternativen gibt es keine; im Bärenloch steht ein einziger Grillplatz zur Verfügung. Zu Recht wird gefordert, dass nicht nur verboten, sondern eine oder mehrere alternative Grillplätze geboten werden. Sommer ohne Famiientreffen mit Grillen – undenkbar!

Venezuela

Aufruf zur Kundgebung:

Hände weg von Venezuela! Stoppt die US-Aggression!

Kommt alle

zur Kundgebung gegen die völkerrechtswidrige, kriegerische  und kriminelle Handlung der US-Administration in Venezuela schlagen wir jetzt eine Kundgebung vor.

 Kundgebung gegen die US-Intervention in Venezuela

am Samstag, den 17. Januar 2026 um 11.00 Uhr 

Neumarkt /Hofgarten ( vor dem Einkaufszentrum)

Mit dieser Aktion wollen wir unsere Solidarität mit dem südamerikanischen Land zum Ausdruck bringen und zugleich den Weltvorherrschaft-Plänen und  den weiteren Interventionsabsichten der Trump-Administration entgegentreten. Den zynischen und menschenverachtenden Aussagen, des Solinger außenpolitischen Sprechers der CDU, Hardt, „die militärische Intervention der USA , ,, biete eine Chance auf einen Neuanfang und sei ein Zeichen der Hoffnung für Venezuela“, treten wir entschieden entgegen. Der Überfall auf Venezuela und die Drohgebärden gegen Kolumbien, Kuba, Grönland und Iran, verschärfen die ohnehin angespannte Situation zwischen den Großmächten weiter und erhöhen die internationale Kriegsgefahr.

Auf ein Neues – wie?

Nein, nach dem Jahreswechsel war’s nicht so einfach, wieder in den Alltag, zum Beispiel in unser kommunalpolitisches Geschehen, einzutauchen. Die USA hatten mit Flugzeugen, Hubschraubern und Drohnen Venezuela überfallen und Präsident Maduro und seine Frau gekidnappt und nach Nordamerika entführt. Dort wird ihm „der Prozeß“ gemacht. Ein Schauprozess wird es werden mit politischen Lügenkonstruktionen. Geschehen, dass einem den Atem stocken lässt!

Erschüttert müssen wir auch noch zum Jahresbeginn die Information über die schreckliche Brandkatastrophe im schweizerischen Crans-Montagna, einem Skiort im Wallis, erfahren. 40 junge Menschen sind in einem Tanzclub umgekommen. Weit über 100 mußten zum Teil mit schwersten Brandverletzungen in Kliniken auch im Ausland gebracht werden.

Aber zurück zu Venezuela

Wer es nicht wissen wollte, der kann das jetzt erleben. Eine Riege ultramachtgieriger wahnsinniger Milliardäre haben sich an die Spitze des US-Imperialismus gestellt und wollen sich alles, wovon sie meinen, sie bräuchten das noch, holen. Koste es was es wolle. In diesem Fall das Venezuela-Öl. Ganz oben auf ihrer Liste steht Grönland mit seiner strategischen Lage und seinen Reichtümern. Das Solinger Tageblatt von 8.1. schreibt auf der Titelseite „Grönländer zittern nach Trump-Drohungen“. Sagt das nicht alles? Aber die Liste der Länder, die nicht nach dem Gusto der Trump-USA sind und damit Übernahmekandidaten, ist lang. Iran, Syrien, Kolumbien, Kuba, Nicaragua und andere. Und die deutsche Regierung nennt das nur „komplex“ und schweigt sonst. Die SPD in der Regierung ist einfach stumm. Josef Neumann wagt sich vor: „…Trump geht es um Öl und andere Bodenschätze, mit denen amerikanische Konzerne gute Deals machen sollen. Welche Länder diesem Paukenschlag noch folgen werden, wird sich in Kürze zeigen“.(Zitat aus TB 6.1.) Das Vorgehen der USA mit diesem völkerrechtswidrigen Angriff wird von J. Hardt(CDU) mit der Erwartung eines ‚Neuanfangs in Venezuela‘ verbunden. (TB 6.1.) Die C-Partei hat Klartext gesprochen.

In der jetzt veröffentlichen „Sicherheitstrategie“ der USA wird sich Sorgen gemacht um Europa. So etwa – ‚wenn es so weitergeht mit den Migranten zum Beispiel, zieht das untergehende Europa uns alle in den Abgrund‘. – Was hat der Weltpolizist mit uns vor? Bei solchen Gedanken kommt einem das Frieren.

Am Wochenende wird die großen Konferenz der „Jungen Welt“ sein und am Sonntag die Demonstration zu Ehren vonRosa Luxemburg und Karl Liebknecht und zur Erinnerung an ihre Ermordung in den Januartagen 1919. Beides soll kraftvolle Impulse geben in unsere Bewegung des Widerstands.